Grosserfolg der
Steelband von behinderten Menschen unter Leitung von Carola Bestgen am
Internationalen Tag der behinderten Menschen in Burgdorf
Steelband von behinderten Menschen: ein Projekt von Carola Bestgen,
Bern; unterstützt von Pro Infirmis, Bern
Verschiedene Organisationen, darunter Pro infirmis Burgdorf, Lungen-
und Krebsliga Bern und die IV-Ste!le Bern, machten am Sonntag vor dem
Hotel Berchthold in Burgdorf unüberhörbar auf Menschen die
infolge Behinderung und langdauernder Krankheit oftmals auf der
Schattenseite des Lebens stehen aufmerksam. Die Steelband von
behinderten Menschen, unter Leitung von Carola Bestgen (Musikhaus
Bestgen, Bern) heizte mit heissen und lauten Karibik-Rythmen das
Publikum auf. Unglaublich, welch wohltönende Klänge die an
verschiedenen Gebrechen leidenden Menschen ihren Instrumenten entlocken
konnten! Die beiden Auftritte der Band waren ein Grosserfolg und
bewiesen, dass Solidarität, Integration und Selbstbestimmung
für behinderte Menschen auch gelebt werden kann
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"Das fägt!"
Carola Bestgen versprüht mit ihrer Behinderten-Steelband
grossflächig Lebensfreude
Wie schnell man über das Ohr zueinander findet, zeigt Carola
Bestgen, in vierter Generation Leiterin des traditionellen Berner
Musikhauses Bestgen, auf eindrückliche Art. Als sie vor rund vier
Jahren einer Berner Zeitung in einem Interview erklärte, sie
würde gerne einmal mit Behinderten musizieren, erhielt sie tags
darauf einen Anruf des zuständiges Mannes der pro infirmis. Dann
ging alles, wie es dem Temperament von Carola Bestgen entspricht, sehr
schnell. Heute führt sie Steelband-Projekte mit geistig und
körperlich Behinderten, mit Drogen-abhängigen,
Verhaltensauffälligen sowie Schülern und Erwachsenen. In
einem Projekt brachten Behinderte das Spielen auf den Steelpans sogar
nicht-behinderten Jugendlichen bei. Der Drive ihrer Arbeit ist so
ansteckend, dass sie mittlerweile sogar zu Geschäftsanlässen
gegen Gage eingeladen wird. Im weiteren plant sie Steelbands für
Manager, sehr gerne möchte sie auch mit Menschen aus kriegs- oder
umweltgeschädigten Gebieten arbeiten. Das Steelpan, ein
melodiöses Ölfass-lnstrument aus der Karibik ist für sie
ein ideales Medium: «Man kann bereits in kurzer Zeit mit einer
Gruppe vierstimmig musizieren - ohne jegliche Vorkenntnisse! Es eignet
sich hervorragend, Hemmschwellen und Blockaden abzubauen, aufeinander
zu- und einzugehen, das Selbstvertrauen und die Teamfähigkeit zu
fördern, auf einer nonverbalen Ebene zu kommunizieren (behinderte,
fremdsprachige, introvertierte Menschen), geballte Energien
(Schwererziehbare) in eine positive Richtung zu lenken und Aggressionen
zu entladen, seelische und körperliche Verkrampfungen zu
lösen, die Konzentrationsfähigkeit zu stärken und
Rhythmen auf melodiöse Art auszuleben.» Für ihre Arbeit
steht ihr seit kurzem mit der Alten Brauerei Gassner direkt an der Aare
in Bern ein wunderbares Areal zur Verfügung.
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